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Nationalsozialistische Machtergreifung in Marburg (im Aufbau)
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3. Das "Hessische Tageblatt": Eine kritische Zeitung aus Marburg wird geschlossen

Bild Ausstellungsraum: 1273.jpg

bearbeitet von Hanna Becker, Victoria Kaster und Jakob Möller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings gab es auch wenige kritische Zeitungen, die jedoch schnell unterdrückt und verboten wurden. Ein Beispiel dafür ist das „Hessische Tageblatt“ herausgegeben von Hermann Bauer, das dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstand  und die Geschehnisse hinterfragte.

So schrieb er am 1.03.1933 (Artikel: "Das Recht der freien Meinungsäußerung ist der Presse genommen") als Reaktion auf die Reichstagsbrandverordnung, dass die einzige Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung nun die Wahl am  5.03.1933 wäre. Zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass von diesem Verbot der freien Meinung wohl vor allem die Regierung profitieren dürfte.

Das wurde auch in einem Artikel der Zeitung, erschienen am 6.03.1933 (Artikel: "52 Prozent") deutlich. Der Autor begründet das gute Abschneiden der Nazis vor allem mit der hohen Wahlbeteiligung. Die NSDAP habe im Wahlkampf einfach mehr Mittel zu Propagandazwecken gehabt, die anderen Parteien vorenthalten worden waren. 

Wohl auch durch diesen Bericht motiviert besetzte eine SA-Truppe am 13.03 für einige Stunden das Büro Hermann Bauers, der sich darauf hin verpflichten musste, in Zukunft nichts mehr gegen die NSDAP zu veröffentlichen. Am 16.03 und 17.03 erschien kein "Hessisches Tageblatt".

Der Druck auf Bauer nahm trotzdem weiterhin zu. Da er keine Möglichkeit einer neutralen Berichterstattung mehr sah, stellte er das Erscheinen zum 29.04.1933 ein.

Er schrieb, dass es für ihn bereits seit Wochen keine Möglichkeit einer offenen Berichterstattung mehr gegeben habe. Er forderte von den Lesern, weiterhin den Optimismus zu behalten und dem Volk die von vielen erhofften Lebensumstände zu verschaffen oder es wenigstens zu versuchen.




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